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Knut

Schon lustig, wenn man nach Webseiten über den einstigen Frankfurter Polizeipräsidenten Knut Müller sucht und tatsächlich einige Videos zum Stichwort findet:

Ansonsten kann ich nur dieses Gespräch zwischen Müller und Tom Koenigs empfehlen, das Reinhard Mohr vorgestern im Club Voltaire führte. Ganz großartig.

Der amerikanische Journalismus in der Krise

Wieder eine neue Untersuchung, die so klingt, als wäre sie ein weiterer Sargnagel auf den US-amerikanischen Print-Journalismus. Blüht uns das hier auch:

  1. 67 Prozent denken, der traditionelle Journalismus habe nicht mehr viel mit dem zu tun, was sie von Nachrichten erwarten.
  2. 64 Prozent sind unzufrieden mit dem Journalismus in ihrer Gemeinde.
  3. 48 Prozent holen sich ihre Nachrichten aus dem Internet, 29 Prozent aus dem Fernsehen, 11 Prozent aus dem Radio, 10 Prozent aus Tageszeitungen.

Quelle: Zogby Interactive Survey

Letztendlich alles halb so schlimm, denn dass das Internet zur Nachrichtenübermittlung einfach viel besser geeignet ist, als Tageszeitungen versteht sich eigentlich von selbst. Für Printjournalisten heißt das eigentlich nur zweierlei: Nachrichten kommen künftig online, ins Gedruckte müssen Geschichten von hoher Qualität, (Foto-)Reportagen, Hintergründe, Feuilletonistisches. Und das gilt nicht nur für die USA.

Das Ende des Feuilletons

Kultur versus Feuilleton

Immerhin: in den gedruckten Zeitungen pflegt das Feuilleton noch ein Auskommen. Ein gar stattliches teilweise sogar, wie etwa bei der Süddeutschen Zeitung, die sich nicht zu fein ist, das Feuilleton bereits direkt nach dem Hauptteil einzulegen – und nicht etwa, so wie es alle tun, zuerst den Wirtschafts- und Finanzteil zu zeigen. Die Kultur, so soll das wohl aussehen, die wird bei uns noch hochgehalten. Nun, wie wir seit der Simpsons-Episode vom vergangenen Sonntag wissen sterben die Printmedien. Und damit auch das Feuilleton.

Bleiben wir doch bei der Süddeutschen. Gibt es das Feuilleton in der Online-Ausgabe? Nein. Dort gibt es nur Kultur. Und die ist in der Reihenfolge nicht nur hinter die Politik, sondern auch hinter Wirtschaft und Finanzen gerutscht.

Das gleiche trostlose Bild bietet sich bei der Welt, die in ihrer Printausgabe das Feuilleton so pflegt. Im Zuge der Online-Offensive musste das Wort weichen. Auch hier wieder: Kultur.

Der Spiegel war wenigstens immer so ehrlich, Kultur Kultur zu nennen und macht das selbstverständlich auch online.

Die Frankfurter Rundschau versteckt ihr Feuilleton hinter dem Kulturbegriff. Erst klickt man auf “Kultur & Medien”, dann erst bricht sich das Feuilleton Bahn. Allerdings gleichberechtigt neben Musik, Film, Literatur, Architektur und eben Medien. Wenn es eine weitere Entwertung des Begriffes Feuilleton gebraucht hätte – hier ist sie. Ähnlich verfährt die Zeit, wenn auch nicht ganz so schwammig.

Und das die WAZ mit ihrem Web 2.0-Portal derwesten den Kulturbegriff ganz hoch, und das Feuilleton ganz unten hält, war ja sowieso klar. Schlimmster Sündenfall: Googlenews, die nicht nur das Feuilleton, sondern gleich den Kulturbegriff abgeschafft haben. Dort findet man eine Filmkritik unter der Rubrik Unterhaltung – eingekeilt zwischen “Nachrichten” aus dem Dschungelcamp oder über die No Angels.

Immerhin, bei der FAZ hat das Feuilleton ein Refugium. Natürlich. Vielleicht traut man dort den Lesern noch zu, das sie mal eine Tageszeitung in der Hand hatten oder wissen, was hinter dem Begriff Feuilleton so alles steckt. Der Grund könnte auch darin liegen, das eigentlich jede Untersuchung über Tageszeitungen ergeben hat, dass das Feuilleton so gut wie nicht gelesen wird. Was sehr schade ist, einerseits. Sich andererseits in der Onlinewelt natürlich noch viel genauer nachvollziehen lässt. Deswegen stehen jetzt in den Online-Kulturteilen auch Bildergalerien über das neue Bond-Girl oder über irgendwelche Theaterstücke, in denen sich die Darsteller mal wieder ausziehen und gegenseitig mit Kunstblut beschmieren mussten. Das ist sicher sehr unterhaltend. Feuilletonistisch aber nicht mehr. Was wir daraus schließen können: Heinrich Heine wäre bestimmt kein Online-Journalist geworden. Und in wenigen Jahren werden wir den Begriff Feuilleton nur noch im Französischunterricht kennenlernen. Als das, was es ist: ein Blättchen. Und Blätter gibt’s nicht mehr. Nur noch Klicks, Klicks, Klicks.