taz

Überraschung! Die NPD ist rechts

Der Spiegel und die taz veröffentlichen Details aus internen E-Mails der NPD. Um es kurz zu machen: dass die NPD-Anhänger Ausländer nicht leiden mögen, ja, sie gar beschimpfen, außer Landes wissen möchten, dass sie sich ins Reich zurückwünschen, das ist alles keine Neuigkeit. Dass Neonazis unter ihresgleichen offensichtlicher hetzen als in der Öffentlichkeit: big deal! Dass es ein neues Verbotsverfahren bräuchte: eine Binsenweisheit. Was also hat sie gebracht, die große Aufdeckung von 60.000 Briefen? Nun, zum Beispiel die Erkenntnis, dass die taz kein Wort über Datenschutz verliert – nur lapidar mitteilt, dass der kleine veröffentlichte Teil der Mails geprüft wurde und teilweise zensiert. Die Frage, ob das sonst so vehement geforderte Recht auf Privatsphäre auch für Neonazis gilt, wurde gar nicht erst gestellt. Weil man sie sich schon selbst beantwortet hatte.

Aufregung, die keine ist

Die Zeit veröffentlicht ein Interview, in der “unsere” Nationaltorhüterin sagt, sie mag Männer und Frauen. Soweit so unspektakulär. Nachrichtenagenturen greifen das Thema auf, und schreiben genau das. Die Bild-Zeitung fragt mal nach und erfährt von Sabine Angerer: “Ich sehe darin überhaupt kein Problem, mich zu Frauen und Männern zu bekennen.” Die Zeitung ergänzt: “Während bei den Männern die Homosexualität im Fußball noch immer ein Tabuthema ist, gehen die Frauen damit wesentlich offener um.” Mit anderen Worten: es ist alles ziemlich relaxed, und die Berichterstattung durchweg positiv.
Und dann kommt die taz und wittert “große Aufregung”. Sie behauptet:

Jetzt zerreißen die Medien sie, und im Netz wird die deutsche WM-Torhüterin als Heldin gefeiert wegen ihres Mutes, und sie wird infrage gestellt: Na, was soll das denn für ein Frauenfußball sein? Jedenfalls ist es ein großes Thema. Dabei dachte man doch, es ist heute längst komplett egal, ob jemand homo, hetero, bi, transgender oder sonst was ist.

Das Blabla endet nicht damit, sondern steigert sich zur Feststellung:

Offensichtlich ist es 2010 immer noch fragwürdig, nicht eindeutig hetero zu sein, solange man Fußball spielt. Anders als in anderen Sportarten.

Hat zwar auch niemand der aufschreienden Medien behauptet, aber so macht man heute eben Boulevard von links. Bravo!

Die neue taz

tazneuInhaltlich ist die tageszeitung schon lange eine ganz normale Zeitung. Agenturmeldungen in den Randspalten, namentlich gekennzeichnete Artikel in der Mitte, Hintergrundstücke und Reportagen, zwei Seiten Kommentare, Sport, politisch irgendwie leicht links der Mitte und manchmal mit leichtem Wehmut an frühere Zeiten, was ja auch nicht ungewöhnlich ist, wenn man gerade 30 geworden ist. Nun also ein neues Layout, in das einige unbezahlte Überstunden geflossen sein dürften; ein Layout, das beim Guardian abgeschaut worden sein soll, in Wahrheit aber irgendwie Rundschauesk rüberkommt. Aufgeräumt, seriös, tausendmal gesehen. 2,30 Euro kostet die Samstagsausgabe, da muss man am Kiosk nochmal im Portemonnaie kramen, um nachzulegen. Bekommt aber farbige Seiten und eine Sonntagsbeilage mit dem kindischen Namen sonntaz, die aber wirklich gut ist. Wie ein Magazin eben, nur auf billigem Zeitungspapier gedruckt. Achso, das mit der Rundschau: irgendwie dann doch komisch, dass FAZ und der Axel-Springer-Verlag jeweils eine ganze Seite mit Glückwünschen gebucht haben, die pseudolinke Konkurrenz aber nicht. Der fehlt wahrscheinlich die Kohle. Aber Springer hat auch so den besten Spruch: “Ist es nicht schön, ein Alter erreicht zu haben, in dem man Cocktails trinkt, anstatt sie zu werfen?” steht in der Anzeige. So ist es.

Jetzt müsste die taz neben unterbezahlten Mitarbeitern nur auch noch Ein-Euro-Jobber als Botenjungen beschäftigen und das Abonnement wäre abgeschlossen, denn mal ehrlich: Postversand im Rhein-Main-Gebiet? Die Nachrichten von gestern würde man doch ganz gerne nicht erst am Abend erfahren. Obwohl man dann natürlich einen Cocktail zur Lektüre trinken könnte. Cin cin!

Die feinen Spam-Arier bei der taz

Ich mag ja die tageszeitung. Immer schön links und so. Doch dieser Spam-Filter unter der Kommentarfunktion ist zwar nett, weil man nur richtige Wörter abschreiben muss und nicht irgendwelchen Buchstabensalat. Aber, was für Wörter, sage ich Ihnen. Zuerst sollte ich folgendes eingeben:

Arier? War mir ein bisschen zu seltsam, also forderte ich ein neues Wort an. Dann kam folgendes:

Meinen die das wirklich ernst? Da ist ja die Spamabfrage nazihafter als jeder Kommentar auf welt.de…

Update // Ich habe dann noch eine Mail geschrieben an die tazler, aber mittlerweile auch selbst rausgefunden, wie das kommen kann. Benutzt wird ein Plugin für Typo3, das sogenannte sr_freecap. Darin enthalten ist eine Liste mit Wörtern, die unter den Kommentaren angezeigt werden und in dieser Liste findet man unter anderem Arier und Gastod, aber auch 19853 andere Wörter wie He-Man, Muschi oder Ostjude. Es ist also alles in Ordnung.