oekostrom

Unglaublich, aber wahr …

… erscheint für mich die gerade eingetrudelte Pressemitteilung von OgilvyOne, die sich mit dem Müllsackmailing für den Öko-Energieversorger Entega brüsten:

Die erste kommunikative Aufgabe kam im Herbst 2007, zu der Zeit, als viele Haushalte eine Strompreiserhöhung für 2008 im Briefkasten hatten. OgilvyOne worldwide sollte die bestehenden Ökostromkunden nachhaltig von ENTEGA Ökostrom überzeugen und in ihrer Entscheidung bestätigen. In dem Mailing wurde das Thema Klimaschutz/CO2 Emission sehr plakativ und einprägsam kommuniziert. Allen ENTEGA Ökostromkunden wurde ein 80-Liter-Müllsack zugeschickt. Denn 80 Liter CO2 vermeidet ein Haushalt pro Stunde, wenn er statt auf grauen Strom auf Ökostrom setzt.

Bin nur ich es, der das für eine ziemlich verkorkste Marketing-Aktion hält?

Werbung, die Kohlendioxid freisetzt

Gerade ist in Hessen das Unternehmen Entega dabei mit massivem Werbeaufkommen seinen Ökostrom zu bewerben. “100 Prozent Ökostrom für Hessen!”, heißt es auf Plakatwänden, Anzeigen und in Flugblättern, von denen ich eins kürzlich aus dem Magazin des Frankfurter PresseClubs fischte. “Aufblätten. Augen machen. Weitersagen.” So stand es dort und daneben schaute mich ein Storch auffordernd an. Was im Flugblatt versteckt war? Eine schwarze Plastiktüte:
Plastik

Soviel sind also 80 Liter Kohlendioxid. Und soviel spart man pro Stunde. Also “man”, nicht ich, der schon den Ökostrom der Energieversorgung Offenbach habe. Ich spare gar nichts. Ganz im Gegenteil – in dem ich die “biologisch abbaubare” Plastiktüte zu entsorgen habe, sorge ich sogar für ein wenig Kohlendioxid – die Menge nämlich, die der schwarze Kunststoff freisetzt, wenn er innerhalb von sechs bis zwölf Wochen verrottet. Mag jetzt kleinkariert klingen, aber Ökostrom-Kunden gewinnt man nicht mit einer massenhafter Plastiktütenschwemme.

Und an der Transparenz der Herkunft des Stroms könnte die Entega auch noch arbeiten. Bislang hab ich auf deren Internetseite nur diese recht unbefriedigende Tabelle gefunden. Ziemlich viel Wasserkraft auf den ersten Blick – woher der kommt? Steht da nicht. Schade, eigentlich – aber wie gesagt: ich bin schon bedient, danke.