Die Frauenquote in der CDU
1 Feb 2011
Schönes Wahlkampfthema hat die CDU da gefunden – mit der Diskussion über die Frauenquote weht ein moderner Wind durch die Partei, die beim Wählerinnen-Ergattern nur hilfreich sein kann. Ursula von der Leyen will 30 Prozent Frauenanteil in den Führungsetagen von Unternehmen, ihre Kabinettskollegin Kristina Schröder ist für freiwillige Lösungen. Tut mir sehr leid, das wird jetzt ein bisschen zahlenlastig, aber die interessante Frage ist doch – geht die CDU mit gutem Beispiel voran?
Unter Kristina Schröder arbeiten zwei Staatssekretäre, beides Männer. Denen wiederum unterstehen fünf Abteilungsleiter und der Bundesbeauftragte für den Zivildienst. Darunter, immerhin, eine Frau. Macht einen Frauenanteil von 12,5 Prozent.
Bei Frau von der Leyen arbeiten vier Staatssekretäre, alle männlich. Frauenanteil: 0 Prozent.
Insgesamt hat die Bundesregierung 16 Mitglieder, darunter sind sechs Frauen. Das immerhin überschreitet die 30 Prozentmarke, die von der Leyen fordert. Von den 30 Staatssekretären dahinter sind jedoch nur sieben Frauen, eine Quote von 23 Prozent.
Und im Bundestag? Sitzen bei der CDU/CSU über 80 Prozent Männer. Nur Linke und Grüne haben mehr weibliche als männliche Abgeordnete.
Vielleicht sollte die CDU erst einmal in ihren eigenen Reihen für vernünftige Verhältnisse sorgen, bevor sie den Unternehmen etwas ähnliches vorschreibt.
