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Die Frauenquote in der CDU

Schönes Wahlkampfthema hat die CDU da gefunden – mit der Diskussion über die Frauenquote weht ein moderner Wind durch die Partei, die beim Wählerinnen-Ergattern nur hilfreich sein kann. Ursula von der Leyen will 30 Prozent Frauenanteil in den Führungsetagen von Unternehmen, ihre Kabinettskollegin Kristina Schröder ist für freiwillige Lösungen. Tut mir sehr leid, das wird jetzt ein bisschen zahlenlastig, aber die interessante Frage ist doch – geht die CDU mit gutem Beispiel voran?

Unter Kristina Schröder arbeiten zwei Staatssekretäre, beides Männer. Denen wiederum unterstehen fünf Abteilungsleiter und der Bundesbeauftragte für den Zivildienst. Darunter, immerhin, eine Frau. Macht einen Frauenanteil von 12,5 Prozent.
Bei Frau von der Leyen arbeiten vier Staatssekretäre, alle männlich. Frauenanteil: 0 Prozent.
Insgesamt hat die Bundesregierung 16 Mitglieder, darunter sind sechs Frauen. Das immerhin überschreitet die 30 Prozentmarke, die von der Leyen fordert. Von den 30 Staatssekretären dahinter sind jedoch nur sieben Frauen, eine Quote von 23 Prozent.
Und im Bundestag? Sitzen bei der CDU/CSU über 80 Prozent Männer. Nur Linke und Grüne haben mehr weibliche als männliche Abgeordnete.
Vielleicht sollte die CDU erst einmal in ihren eigenen Reihen für vernünftige Verhältnisse sorgen, bevor sie den Unternehmen etwas ähnliches vorschreibt.

Die Ersatzbank für Politiker

Kann man in diesen Tagen Europäische Union sagen, ohne die Iren zu erwähnen? Versuchen wir’s: Peter Hintze soll Mitglied der Europäischen Kommission werden, berichtet die FAZ. Der christdemokratische Pfarrer dürfte den meisten noch als eilfertiger Generalsekretär von Helmut Kohl bekannt sein, ist seither jedoch gottseisgedankt nicht mehr in Erscheinung getreten. Seine Weglobung nach Brüssel ist ein typisches Beispiel dafür, das Politiker, die es in Deutschland nicht bringen, aufs EU-Abstellgleis geschoben werden. Der rumpelige einstige CSU-Generalsekretär Söder ist nun etwa für die Europaangelegenheiten des Freistaats Bayern zuständig. Von unzähligen namenlosen EU-Abgeordneten und -Beamten gar nicht zu reden. Dabei entscheidet die Europäische Union Nachhaltigeres als es der Bundestag je könnte. Wenn die Parteien nicht langsam ihre Besten “wegloben” wird das nichts mit dem neuen Bild von Europa. Und, ach, die Iren …

Bild: Der Raub der Europa, Rembrandt, 1632

Die große Koalition rettet die Welt

Die SPD in Hessen ist außer sich vor Freude: hat doch schließlich die englische Tageszeitung Guardian ihren Wirtschaftsschattenminister Hermann Scheer zu den 50 Leuten gezählt, die die Erde retten könnten (man beachte den Konjunktiv). Das Dumme ist nur, dass Angela Merkel die zweite Person aus Deutschland auf dieser Liste ist. Und niemand von den Grünen, was an sich ja schon irgendwie ein Skandal ist. Diesbezüglich sei angemerkt, dass der Guardian auf der Liste der zehn schönsten Bars des Planeten einst auch die Offenbacher Kneipe “Weiss” aufgeführt hat – die sicherlich schön ist und auch stilbildend für ihr Frankfurter abgekupfertes Pendant “Ich weiss“, aber sicherlich nicht zu den zehn schönsten der Welt zählt. Was dann die Liste der 50 Klimaschützer wieder relativiert.