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Lokal bloggen (und dabei Geld verdienen)

Ich bin immer noch leicht fasziniert von der Idee der New York Times, einen lokalen Blog ins Leben zu rufen. Hello? Die New York Times lässt sich herab, weit herab, weiter als der Lokalteil der Zeitung, der natürlich schon großartig ist, aber wahrscheinlich irgendwie querfinanziert durch den überregionalen Teil. Die Idee ist ein Stadtteilblog und schon die Idee der Finanzierung dürfte bei hiesigen bundesweiten Klickmaschinen und vor sich hinpusselnden Regionalportalen Kopfschütteln hervorrufen: Anzeigen – wie bitte soll das funktionieren, bei einer Zielgruppe, die nur einige zehntausend Menschen umfasst? Wo sollen da die Klicks herkommen?

Nun, die Klicks sind nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend ist der gute Name der New York Times, der die Einzelhändler, die kleinen Läden und Lokale vor Ort davon überzeugen soll, mehr Geld für eine Anzeige zu schalten als gemeinhin üblich. Google-Guru Jeff Jarvis hat die Zusammenhänge ganz schön zusammengefasst, in dem er feststellt, dass die meisten Kleinunternehmer gut daran täten, Anzeigen in einem neuen Umfeld als in Lokalzeitungen zu schalten, doch nur wenige bisher die Vorteile klar vor sich sehen.

The assumptions I so often hear about local advertising – it doesn’t work; it doesn’t pay enough; small businesses are ignorant – need to be updated. The assumption that most needs to be updated is that a business needs an ad. It may need other tools to be found in search and to reach the right people and to improve relationships with them. All that may count as marketing, but not necessarily with an old ad in a new medium.

Okay, noch ist es nicht so weit. Die NYT gibt sich noch ziemlich selbstkritisch, ob es den den Stadtteilblog mit einem angestellten Redakteur wirklich gegenfinanzieren kann, die Ideen, wie das funktionieren könnte, sollen am Besten gleich die Leser haben, wie Jim Schachter bei TechCrunch schreibt:

We expect to sell ads to local merchants using our telesales and self-serve ad solution. Our two pilot sites are staffed with full-time NYTimes reporters. That’s not cheap. Obviously, it’s also not a sustainable model. We’re trying to figure out what would be. Can we create a combination of journalism, technology and advertising that people who don’t work for us can adopt? How much or how little oversight by us would be needed to keep the quality high? Would people pay to be associated with us? Would there be enough revenue that some split between us and a non-NYT blogger would work? I’d love to know what readers here think.

Gute Fragen. Ich denke, dass es funktionieren könnte, wenn man noch einen Anzeigenverkäufer engagiert, der die Geschäfte wirklich offensiv abklappert und den ganzen Gratiszeitungen das Geschäft streitig macht, die oft übervoll mit Billiganzeigen in den Briefkästen (oder neben der Altpapiertonne) liegen. Es wird nicht einfach sein, den Wechsel für die Geschäftsleute zu begründen, doch wenn der Blog durch seine Geschichten Stadtteilgespräch werden kann, dann kann daher durchaus ein monetärer Gewinn stehen.

Mich macht nur eines stutzig: Frankfurt sollte mit seiner internationalen, weltoffenen und technikaffinen Bevölkerung eigentlich schon jetzt einige hundert Blogs vorweisen können, Privatmenschen, die über die Stadt, über das, was sie bewegt, was sie ärgert und freut berichten. Doch davon ist nichts zu sehen. Frankfurt ist, was lokalen Citizenjournalism angeht so gut wie tot. Solange nicht private Blogs aus dem Boden sprießen, die sich ganz Frankfurt widmen, wird es schwierig sein, einen Nordend-Blog zu etablieren. Das ist schade. Auch für die öffentliche Meinungsbildung in einer Stadt wie Frankfurt.

Geheimnisse

Im Internet, so sagt man, gibt es keine Geheimnisse mehr. Jeder, der etwas auf sich hält, breitet sein Privatleben auf Plattformen wie mySpace, StudiVZ oder facebook aus, Bilder werden veröffentlicht, Beziehungen diskutiert, Drogengebrauch öffentlich zur Schau gestellt. Kurz gesagt: die jungen Menschen sind verrückt, sie denken, online hätten sie Freunde, denen sie alles erzählen könnten und wer am meisten erzählt, der bekommt auch am meisten Freunde und sehen können es dann alle, auch die, die keine Freunde sind und niemals sein werden. Das ist natürlich alles übertrieben, denn Geheimnisse haben auch im Internet ihren Platz. Zum Beispiel auf der Seite PostSecret, auf der anonym eingesandte Postkarten gezeigt werden. Intime Geheimnisse (“I fantasize about my daughter’s boyfriend when I masturbate. Does that make me a bad mother?”), harmlose Geheimnisse (“My family never hugs”), lustige Geheimnisse (“Right before I close the door I yell, ‘Pizza’s here’ into my empty apartment, so the delivery guy doesn’t think ALL that pizza is for me”). Es ist alles da. Eine deutsche Version gibt’s auch, doch die ist lahm. Mittlerweile sind sogar bereits vier Bücher mit PostSecrets erschienen. Ob man das dann noch Geheimnis nennen kann?

Frankfurt Photo Blog

Mittlerweile haben sich etliche schwarz-weiße Fotos bei mir angesammelt, die ich gerne loswerden würde. Die Lösung ist der Frankfurt Photo Blog, jeden Tag ein neues, monochromes Bild der Stadt. Und keine Angst: es bleibt nicht so düster wie jetzt, ist halt Winter …

http://frankfurtphoto.wordpress.com/

photoblog

Nicht wirklich

Es war einem ja schon irgendwie immer klar, geradezu schmerzhaft klar, aber die Fotoserie der Kunstseite Pundo300 führt es noch einmal vor:

100 Produkte im Vergleich zu ihren Werbefotos. Schön ist das nicht wirklich.
gefunden bei rebel:art