Öko-Graffiti

Farbdosen sind ja furchtbar out. Und billiges Gekritzel an Häuserwänden, U-Bahnhöfen und Stromkästen ebenfalls. Da ist es nur folgerichtig, wenn die Ökobewegung nun auch in der Straßenkunst Raum greift. Einem mir neuen Trend folgt die Illustratorin Anna Garforth, die ein Moos-Graffiti entworfen und an eine Wand aufgebracht hat. Mehr Bilder von dem grünen Gedicht finden sich auf ihrer Internetseite. “Living, breathin graffiti”, heißt es da. Und: “The moss acts as a healthy alternative to spray paints, eventually colonising and taking over the wall.” Nur wie man diese Graffiti herstellt, ist nicht zu erfahren. Zwei Googletreffer später erfährt man jedoch auf der Seite www.guerillagaertner.com wie es geht:

Eine handvoll Moos in den Mixer geben, zwei Tassen Buttermilch oder Joghurt, ein halber Teelöffel Zucker und nach Bedarf Wasser dazugeben und auf niedriger Stufe mixen. Die Konsistenz sollte einem Trinkjoghurt ähneln. Die Mischung auf feuchte Wände mit einem Pinsel auftragen und von Zeit zu Zeit kontrollieren, dass das Graffito feucht bleibt.

Gar nicht so schwierig also, mal abgesehen von der Tatsache, dass das natürlich immer noch von ordnungsliebenden Zeitgenossen als schlichte Sachbeschädigung aufgefasst werden könnte, wie ja auch auf das Bekleben von Kaugummiautomaten Geldbußen und bis zu drei Jahre Gefängnis drohen. Das regelmäßige Befeuchten einer Wand sollte demnach also am Besten in einer rentnerarmen und unbevölkerten Ecke geschehen. Für alle anderen Zwecke empfehlen sich die Samenbomben, eine Beschreibung, wie sie herzustellen sind ist ebenfalls bei den Guerillagärtnern zu erfahren.