2 Vorgeschichte
Als die deutsche Wehrmacht zum Ende des Zweiten Weltkrieges begann, zunächst V1- und später V2-Raketen auf Städte Großbritanniens zu schicken, bemühten sich die britischen Militärs eine Abwehr der Geschosse aufzubauen. Auch wenn dies zunächst mithilfe der Flugabwehr bei der V1, einem Marschflugkörper vergleichbar, zu gelingen schien, so blieb der Erfolg bei der ballistischen Rakete V2 verwehrt. (1) Erst 1957 nahmen Militär-Wissenschaftler in den USA die Forschung an Abwehrsystemen gegen ballistische Raketen wieder auf. Die Bedrohung schien nach dem erfolgreichen Test einer Langstreckenrakete der UdSSR real. Nike-Zeus hieß das erste einer ganzen Reihe von Systemen für die die USA bis 1999 schätzungsweise 122 Mrd. US-Dollar ausgegeben haben. (2)
Fußnoten
- Während die V1 („Flügelbombe“) nur Geschwindigkeiten von bis zu 700 Stundenkilometern erreichte und auch mit um die Zielgebiete aufgestiegenen Fesselballons, vor allem jedoch durch Jagdflugzeuge abgewehrt werden konnte, so schien es damals gegen die ballistische Rakete V2, die mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit in wenigen Flugminuten aus dem besetzten Holland ihr Ziel fand, keine wirksamen Abwehrmaßnahmen zu geben. Siehe auch Michael J. Neufeld: The Rocket and the Reich: Peenemunde and the Coming of the Ballistic Missile Era, New York 1995.
- Vgl. Stephen W. Young: Pushing the Limits: The Decision on National Missile Defense, Washington 2000, S. 28.