Herbstspaziergänge
24 Okt 2008

Man muss es eben immer alles positiv sehen. Denn der Vorteil der kürzer werdenden Tage ist ja, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass man im Nebel oder im Dunkeln durch die Straßen spaziert. Manchmal schaue ich nur auf den Boden und beobachte meinen Schatten wie er nach vorne länger wird und am nächsten Laternenpfahl abrupt wieder verschwindet und dann langsam wiederkommt. Sieht schön aus. Und das mancherorts dann doch recht hässliche Pflaster nimmt man nur noch schemenhaft wahr. Der andere Vorteil des Herbstes ist die gute Luft, diese Mengen an Sauerstoff ist man ja gar nicht mehr gewohnt in einer Großstadt. Davon bekommt man dann rote Wangen. Und wenn es doch mal hell und klar ist, dann erschlagen einen fast die bunten Farben. Gestern waren übrigens gefühlte eine Million Stare zu Gast in Frankfurt, an der Messe und an der Hauptwache waren die Bäume schwarz vor Vögeln. Nein, es gibt überhaupt keinen Grund, den Herbst nicht zu mögen.







Okt 24, 2008 @ 18:57:30
Ich kann jeden Satz in diesem wenigen Zeilen zu fast 100% unterschreiben! Vor allem den letzten, der es mir auch irgendwie angetan hat.
Okt 25, 2008 @ 10:48:34
Ich bin ja auch sehr dafür, diesen Herbst zu dem des Jahrtausends zu verklären, gestern Nacht durch die hinreißend kaltklare Luft am Main gelaufen, nichts als Stille und flirrende Lichter. Aber das stimmt ja gar nicht. denn dann roch es nach Sprühfarbe und ein paar junge, bemützte Menschen sprühten silberne Fleckensterne auf den Fußweg, darunter stand “dance area”. Auch das: total hübsch! Ich konnte nicht bleiben, aber ich hoffe, es wurde noch getanzt.