Langeweile vor Olympia
3 Aug 2008
Mal abgesehen davon, dass Olympiaden sowieso nicht die spannendsten Angelegenheiten unseres Planeten darstellen und der ganze Hype, die ganzen Artikel und Zeitschriftencover und Sondersendungen in ihrer Masse kaum zu ertragen sind, bleibt die Frage: was bitteschön habt ihr erwartet, liebe Politiker, Sportfunktionäre und Journalisten vor Ort? Da entscheidet man sich dafür, ein Sportereignis in einer Diktatur steigen zu lassen, und wundert sich, dass es dort gewisse Einschränkungen hinsichtlich Freiheit gibt, dass dort gewisse Abstriche in Sachen Menschenrechte gemacht werden müssen. Überraschung! Absolut folgerichtig also, wie UN-Sport-Sonderbeauftragter Willi Lemke in der Rundschau zitiert wird: “Ich kann all die negativen Hintergrundberichte nicht mehr ertragen.” Und weiter heißt es in dem Artikel:
Bizarr muteten die Diskussionsbeiträge von Helmut Digel an, Councilmitglied des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. Die olympische Vorberichterstattung verunglimpfte der Tübinger Professor als “geistlosen Journalismus”, praktiziert von “Dummköpfen”, die sich auf die Menschenrechtsfrage fokussierten und ständig Sportler damit behelligten.
Da hat er vollkommen recht. In einer Diktatur sind Menschenrechtsfragen lediglich rhetorisch. Und jetzt zum Sport …






