Michael Clayton

Michael Clayton

Zunächst ist man ja skeptisch. Tony Gilroy legt sein Regie-Debüt vor, bekannt wurde er durch die Drehbücher zu Filmen wie der „Bourne“-Trilogie oder „Armageddon“. Was erwartet uns? Explosionen, sinnloses Geballer, schnelle Schnitte? Weit gefehlt. „Michael Clayton“ ist ein mit ruhiger Hand gedrehter, bis in die Nebenrollen exzellent besetzter Anwaltsthriller, ein Beweis für die künstlerische Schaffenskraft Hollywoods, die man bei all dem Schund kaum noch erwartet. Es geht um einen Umweltskandal, um eine Firma, die ihn zu verantworten hat, und eine skrupellose Anwaltskanzlei, die den Vergleich mit den Klägern führt. Weil Staranwalt Arthur Edens (Tom Wilkinson) zur Vernunft kommt beziehungsweise „durchdreht“ (kommt ganz auf die Perspektive an), wird der „Ausputzer“-Jurist Michael Clayton auf ihn angesetzt, um ihn wieder auf Spur zu bringen. Clooney spielt Clayton als zerrissene, als verdammte Person, die zwischen die Fronten eines größeren Spiels gerät, das zu beeinflussen sie kaum noch in der Lage scheint. Gilroy legt großen Wert darauf, seine Charaktere bloß nicht eindimensional zu zeigen. Das gelingt ihm in diesem fast schon altmodisch aufgemachten Film ganz wunderbar.

(c) Journal Frankfurt