Die Umweltfreunde von Axel Springer

Eine neue Gratiszeitung der Post ist im Anmarsch – und beim Gratiszeitungsverächter Nummer 1, dem Axel-Springer-Verlag, bringt man schon mal die Geschütze in Stellung:

Ein Geld vernichtender und ob der Papiermassen Umwelt schädlicher Verdrängungskampf stünde bevor. Unsinnig und überflüssig, denn das (Post-)Monopol wird fallen – und das ist auch gut so.

Genau. Beziehungsweise: nein! Aber wir wollen hier mal keine Abhängigkeiten unterstellen, nachdem die Post bei Springer Anzeigen im Volumen von über 800.000 Euro storniert hat (Grund dafür war wiederum, dass Springer und andere ins Brief-Geschäft eingestiegene Verlage Anzeigen gegen die Mindestlohnkampagne der Post geschaltet haben, denn Geschäftsgrundlage der neuen Zustellservices sind nach wie vor Hungerlöhne Kostenoptimierungen).
Und weil es Gratiszeitungen in jedem anderen europäischen Land, jedoch bislang nicht erfolgreich in Deutschland gibt: soll es die Post doch mal probieren. Ob die Idee, nicht die Pendler, sondern die Hausfrauen mit dem Ding zu erreichen, so schlau ist, muss sich noch zeigen. Ich bin nicht überzeugt – vor allem: was sollen die Anzeigenkunden denken? Ist da Geld zu holen? Vor allem widersprechen die Pläne unserer Familienministerin der Zielgruppe “Heimchen am Herd” ziemlich.
Und die Verlage? Die könnten’s auch positiv sehen – so wie der WAZ-Chef. Oder sich gleich wie FAZ und Burda um die Produktion bemühen. Und wie man Springer kennt: heute noch lästern, morgen selbst eine Gratiszeitung rausbringen. Egal mit wieviel Papier Deutschland dann überrollt werden muss.