Aufregung, die keine ist

Die Zeit veröffentlicht ein Interview, in der “unsere” Nationaltorhüterin sagt, sie mag Männer und Frauen. Soweit so unspektakulär. Nachrichtenagenturen greifen das Thema auf, und schreiben genau das. Die Bild-Zeitung fragt mal nach und erfährt von Sabine Angerer: “Ich sehe darin überhaupt kein Problem, mich zu Frauen und Männern zu bekennen.” Die Zeitung ergänzt: “Während bei den Männern die Homosexualität im Fußball noch immer ein Tabuthema ist, gehen die Frauen damit wesentlich offener um.” Mit anderen Worten: es ist alles ziemlich relaxed, und die Berichterstattung durchweg positiv.
Und dann kommt die taz und wittert “große Aufregung”. Sie behauptet:

Jetzt zerreißen die Medien sie, und im Netz wird die deutsche WM-Torhüterin als Heldin gefeiert wegen ihres Mutes, und sie wird infrage gestellt: Na, was soll das denn für ein Frauenfußball sein? Jedenfalls ist es ein großes Thema. Dabei dachte man doch, es ist heute längst komplett egal, ob jemand homo, hetero, bi, transgender oder sonst was ist.

Das Blabla endet nicht damit, sondern steigert sich zur Feststellung:

Offensichtlich ist es 2010 immer noch fragwürdig, nicht eindeutig hetero zu sein, solange man Fußball spielt. Anders als in anderen Sportarten.

Hat zwar auch niemand der aufschreienden Medien behauptet, aber so macht man heute eben Boulevard von links. Bravo!