Drogenfrei
Weniger Junkies, weniger Kriminalität: Frankfurts liberale Drogenpolitik zeigt positive Ergebnisse.
Jürgen Klee hat eine rote Grabkerze in der Hand, ein paar Aids-Schleifen, eine schwarzumrandete Liste mit 19 Namen. Die Passanten in der Taunusanlage drehen sich um, bleiben stehen. Klee lässt sein Feuerzeug schnappen. Er zündet die Kerze an. Dann setzt er sie auf die Gedenkplatte. Dort, auf bronzenen Lettern im Boden, steht: „Wir trauern um die verstorbenen Drogenabhängigen.“ Inmitten des Parks, der vor 20 Jahren Frankfurts Schauplatz war für Drogensucht, für Heroin, für Junkies. Für das Sterben im Schatten der Bankentürme. Für großes Geld und großes Elend.
Gestorben wird immer noch. Und wenn es passiert, steht am nächsten Tag eine kurze Notiz in der Lokalzeitung. Mal sind es 20, mal 40 Drogentote im Jahr. Kein Vergleich zu früheren Zeiten, als fast jeden zweiten Tag ein Süchtiger sein Leben ließ. Als Bürger auf offener Straße ausgeraubt wurden. „Die Anlage war die Hölle“, sagt ein Drogensüchtiger, der schon damals an der Nadel hing. Hepatitis, HIV und andere Krankheiten gingen um, weil Spritzen wiederverwendet wurden. Viele waren obdachlos, hatten den Kontakt zu Freunden und Familie schon lange verloren.
Die Augen der Republik richteten sich auf Frankfurt, und ihr Urteil war kein Gutes: Kriminalitätshochburg, Drogenhauptstadt, Junkfurt. Heute würde man von einer No-go-Area sprechen. Hunderte Süchtige und ihre Dealer waren dort bei Tag und bei Nacht. Sie trafen sich in der Anlage, weil sie zentral liegt und doch abseits der belebten Einkaufsstraßen. Das ist vorbei. Das große Sterben. Die Kriminalität. Geblieben ist die Sucht.
Es gibt eine staatliche Heroinvergabestelle, es gibt Druckräume und Crackraucher-Räume, Schlafstellen, Kokainambulanzen, psychosoziale Betreuung und Entgiftungsstationen. Frankfurts Drogenpolitik, der „Frankfurter Weg“, gilt bundesweit als beispielhaft. Nun gerät er ins Stocken, weil sich die Bundespolitik einmischt. Trotz Versprechungen der Landesregierung steht die Heroinambulanz vor dem Aus. Zeit für eine Bestandsaufnahme.
Notfall im Druckraum
Es ist ein schöner Frühlingstag im März 2007, als im Druckraum des La Strada in der Mainzer Landstraße ein junger Mann vom Stuhl sackt. „Rufste mal an, wir haben einen Notfall.“ Der Sozialarbeiter holt eine Atemmaske aus dem Schrank. Fünf Minuten später sind die Sanitäter da, ein Arzt spritzt ein Gegengift gegen das Heroin, kontrolliert Blutdruck und Puls. Eine halbe Stunde später humpeln der Mann und seine Freundin wieder auf die Straße. „Passt bloß auf, ihr beiden“, ruft der Sozialarbeiter ihnen noch hinterher. Die Gäste des Cafés unterhalten sich leise weiter, andere blicken ins Leere, ihre Augen sind glasig. Zwei Frauen haben ihren Kopf in ihren Armen vergraben und schlafen auf den Holztischen.
Der Druckraum befindet sich im hinteren Teil des Erdgeschosses. Er ist weiß gekachelt und erinnert an ein Labor. Aus den Wänden schauen sechs kleine Tischchen aus Edelstahl. Auf jedem steht eine große, weiße Kerze. Jeden Tag besuchen etwa 150 Menschen diesen Raum, setzen sich auf die Metallstühle, kochen ihr Heroin auf, ziehen es in ihre Spritze auf und schießen die Droge in die Venen.
An den Wänden stehen Warnungen. „Kappe drauf, sonst eine Woche Druckraumverbot!“ Gemeint ist, nicht mit ungeschützten Nadeln nach der Injektion im Raum umherzulaufen. „Vorsicht bei Alkohol und Benzos!“ Benzodiazepine sind Medikamente, wer diese Substanzen beimischt, der kann schneller einen Krankenwagen brauchen, als ihm lieb ist. Mehrmals in der Woche kommt es im La Strada zu einem Drogennotfall.
Während die Sanitäter ihre Sachen wieder zusammenpacken, sagt Jürgen Klee, der Leiter der Einrichtung: „Früher hätte so jemand in einer Straßenecke gelegen oder in einem Park. Das wär’s dann gewesen.“
Klee kann sich daran erinnern, wie das war. Mit ein paar Kollegen fuhr er 1987 ins Bahnhofsviertel, um frische Spritzen an Drogengebraucher zu verteilen und bei der Gelegenheit auch mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Die ein Jahr zuvor gegründete Aidshilfe machte drei Hauptbetroffenengruppen der Immunschwächekrankheit aus: Schwule, Prostituierte und Drogenabhängige. Also tauschte man Spritzen, klärte auf, sprach mit den Menschen, von denen viele nur mehr vor sich hin vegetierten, immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss.
Die Politik gab sich machtlos. Kündigte an, endlich aufzuräumen. Es lag nicht allein an den Christdemokraten, die zwölf Jahre lang bis 1989 die Stadtregierung stellten. Manuela Rottmann, heute Frankfurts Gesundheitsdezernentin, sagt, dass im Rückblick alle Parteien durch einen Lernprozess gegangen seien: „Auf der einen Seite hieß das, Sucht als Krankheit zu begreifen. Auf der anderen, die Mittel der Repression nicht zu vernachlässigen.“
Die Grünanlage wird drogenfrei
Anfang der 90er stellte Rot-Grün mehr Gelder für die Drogenhilfe zur Verfügung. In der Stadt entstanden Drogenkonsumräume, Schlafstellen, Methadonambulanzen und andere soziale Einrichtungen. So bekam auch der Spritzenbus der Aidshilfe mit dem Café Ruhdolf im Gallusviertel im Juni 1990 einen festen Ort. 1992, ein Jahr nachdem mit 147 Rauschgiftopfern ein trauriger Rekord gemessen wurde, nimmt das Konzept von Repression und Hilfe Formen an. Höhepunkt ist der 17. November des Jahres, als am frühen Morgen Mannschaftswagen der Polizei in die Taunusanlage rollen. Die Grünanlage soll drogenfrei gemacht werden. Das gelingt auch weitgehend. Bis heute sieht man nur noch vereinzelt Süchtige, sieht man hier und da noch eine Spritze. Die andere Konsequenz: Die Drogen sind seither über die ganze Stadt verteilt, was es der Polizei nicht eben einfacher macht, nach den Dealern zu fahnden.
Ein Polizist, der damals dabei war, vergleicht die Arbeit in diesen Jahren mit dem Versuch, auf einen Pudding zu schlagen. Er verschwindet dadurch nicht – nur seine Bestandteile verteilen sich über den ganzen Raum. Daran hat sich nicht viel geändert. „Die Rauschgifthändler reagieren sehr flexibel und sehr mobil“, sagt Hans Ewald Gemmer, Leiter des Kommissariats 64, das mit 26 Mitarbeitern versucht, den Überblick zu behalten. „Durch die liberale Drogenpolitik der Polizei, der Behörden und der Hilfeeinrichtungen hat sich vieles in Frankfurt zum Besseren gewendet.“ Damals war der Protest noch vorprogrammiert. Rottmanns Vorgängerin, die Gesundheitsdezernentin Margarethe Nimsch, muss sich von ihrer Partei, den Grünen, vorwerfen lassen, Polizeistaatsmethoden durchzusetzen. Einige CDU-Politiker hingegen konnten nicht fassen, dass mit öffentlichen Geldern „Fixerstuben“ finanziert wurden. Doch diese Meinung wandelte sich schnell. Denn nicht nur die Zahl der Drogentoten sank beständig. Auch die Straßenkriminalität ging zurück. Die Zahl der Süchtigen aus dem Umland ebenso. Und im Gespräch mit den Sozialarbeitern machen zwei Wörter die Runde: Ausstieg und Methadon. Wieder schaut das Land auf Frankfurt, sogar die Welt. In den USA will man von den Erfolgen lernen, will wissen, wie die Stadt ihr Drogenproblem in den Griff bekam. Margarethe Nimsch und der Leiter des Drogenreferats gehen auf Vortragsreise.
In diese Zeit fällt auch ein Gutachten des Juristen Harald Körner. Seine These: Die Drogensüchtigen lassen sich durch nichts davon abbringen, ihren Stoff zu bekommen und zu konsumieren. Die Bereitstellung von Druckräumen stelle also nicht die Verschaffung einer Gelegenheit dar.
Das Gesetz hinkt hinterher
Folge: Der Konsum ist frei, alles drumherum wird mit Strafen belegt. Druckräume, wie der in der Rudolfstraße im Gallusviertel, werden damit aus der rechtlichen Grauzone herausgeholt. Das dazugehörige Gesetz wird erst 1995 verabschiedet. Es ist ein Beweis dafür, wie sehr die Judikative in der Drogenpolitik der Realität hinterherhinkt. Daran hat sich wenig geändert. Seit vier Jahren bekommen schwer Abhängige in der Grünen Straße im Ostend Heroin vom Staat, 100 Prozent reines Diamorphin ohne die üblichen Streckmittel. Der Antrag dazu wurde schon im Februar 1993 gestellt. „Es ist ein auf eine bestimmte Gruppe von Süchtigen begrenztes Projekt“, sagt Wilfried Köhler, Suchtmediziner und leitender Prüfarzt in der Heroinambulanz. Die Teilnehmer sind alle jahrelang heroinabhängig und haben mehrere erfolglose Therapieversuche hinter sich. Aus dem Modellprojekt hätte schon längst eine reguläre Versorgung werden können, werden müssen.
Die Wissenschaftler in den acht beteiligten Städten, so auch in Frankfurt, haben alles dokumentiert auf höchstem Niveau, schließlich ist es ein Medikamentenversuch. Am Ende stand die Erkenntnis, dass das Medikament Heroin zuzulassen ist. Doch dafür müssen Gesetze geändert werden. Die CDU-Fraktion im Bundestag lehnt das ab. Sie nennt Gründe. Vordergründig sind es die Kosten. Dahinter steht die Ideologie der 80er-Jahre, die Süchtigen nicht als Kranke zu sehen. „Würden wir hier über ein Hustenmittel reden, dann wäre es schon längst zugelassen“, sagt Köhler. „Aber die politische Komponente spielt beim Thema Heroin eine große Rolle.“
Der Kampf der CDU
Dabei sind die Frankfurter Christdemokraten unisono für die reguläre Vergabe von Heroin in der Grünen Straße. Sogar Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger und Ministerpräsident Roland Koch haben sich positiv zur Heroinvergabe geäußert. Doch es hilft alles nichts: Dem Projekt droht zum Juni das Aus. Zwischendurch gab es Hoffnungsschimmer. Koch war mit dem Hamburger Bürgermeister Ole von Beust nach Berlin gereist, um die Fraktion zu überzeugen. Zwar wurde danach behauptet, die Projekte könnten mit den bisherigen Patienten vorerst weiterlaufen, doch das scheint bei den Abgeordneten noch nicht angekommen zu sein. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann sagt jedenfalls: „Wir stehen wieder so schlecht da wie vor Weihnachten.“ Damals konnte gerade noch eine Gnadenfrist von sechs Monaten für das Projekt erreicht werden.
Die CDU-Lokalpolitikerin Margrit Weißbach, eine eiserne Verfechterin der Heroinvergabe, hofft, dass sich ihre Parteigenossen im Bundestag noch umstimmen lassen. „Wir werden auf keinen Fall aufhören zu kämpfen“, sagt sie. Auch eine Protestfahrt nach Berlin ist nach wie vor geplant. „Die Abstimmung muss freigegeben werden, sodass kein Fraktionszwang mehr besteht. Dann werden auch die CDU-Abgeordneten zustimmen“, ist sich Weißbach sicher. Auch der Sozialdezernent und künftige Stadtkämmerer Uwe Becker sieht es positiv: „Die hessische CDU steht hinter dem Heroinprojekt“, sagt er. Das Gesundheitsdezernat hat nun erst einmal einen Antrag auf Verlängerung des Projekts gestellt, noch in diesem Monat muss das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn darüber entscheiden. Drei Jahre könnte das Projekt dann mit 150 Patienten weiterlaufen. Dass sich die Bundes-CDU ihre Ablehnung noch einmal überlegt, daran glaubt Rottmann nicht. „Es sind sehr grundsätzliche Erwägungen, die dort ins Feld geführt werden“, sagt sie vorsichtig. „Die Studie wird insgesamt angezweifelt, auch wenn Sie keinen Mediziner finden werden, der diese Behauptung stützen würde.“
Sollte die Verlängerung nicht genehmigt werden, wäre Ende März Schluss mit der staatlichen Heroinvergabe, denn die Patienten müssten auf Methadon umgestellt werden – ein Prozess, der laut Wilfried Köhler drei Monate in Anspruch nimmt. Die Folgen, auch da sind sich Medizin und Politik einig, wären verheerend. Denn viele der Süchtigen können dank dem staatlich verordneten Heroin wieder einem geregelten Tagesablauf nachgehen – ohne ständig auf der Suche nach Heroin und nach Geld zu sein. Rund 1000 Euro gibt ein Süchtiger im Monat für seine Sucht aus, für minderwertiges Straßenheroin, dessen Reinheitsgehalt meist nur bei 10 Prozent liegt. Daraus entstehen die vielfältigen Nebenwirkungen. Geschwüre, innere Blutungen, Infarkte, Krankheiten wie Hepatitis oder Aids. Für die Langzeitabhängigen ist die Heroinvergabe ein Segen. Wird sie eingestellt, beginnt der Teufelskreis aus Beschaffungskriminalität, Konsum anderer Drogen und sozialer Verelendung von Neuem.
Der Siegeszug des Kokains
„Reine Opiate schädigen den Körper nicht“, sagt Wilfried Köhler. Doch die Drogensüchtigen auf der Straße nehmen, was sie kriegen können. So ist auch der Siegeszug des Kokains zu erklären. Der Preis für die Droge hat nachgegeben, zwischen 40 und 75 Euro kostet das Gramm – aber auf der Straße ist es meist zu Cracksteinen verbacken anzutreffen. „Beim Crack brauchste ständig den nächsten Stein“, sagt Jessica, eine Süchtige im Bahnhofsviertel. Sie nimmt Heroin, aber auch Medikamente und Kokain, je nachdem, was gerade zu bekommen ist. Die Droge macht nicht nur schnell abhängig, die Wirkung lässt auch nach wenigen Minuten wieder nach. Dann muss Nachschub her. Deswegen sind die Süchtigen fast ständig auf der Suche nach Geld oder ihrem Dealer, einige finanzieren sich ihre Sucht auch, indem sie selbst Stoff verkaufen. „Mit Heroin hast du erst mal ein paar Stunden Ruhe“, sagt Jessica. Und: Während Heroin betäubt, macht Crack eher aggressiv. In den Druckräumen sind Menschen auf Crack deswegen nicht gern gesehen. Dealen ist dort nicht erlaubt, Gewalt wird nicht toleriert. „Bei uns“, sagt Jürgen Klee, „fallen die Drogen vom Himmel.“ Denn das Betäubungsmittelstrafrecht verbietet den Anbau, die Herstellung, den Besitz und Verkauf.
Doch auch für Crack gibt es in der Stadt einen Raum, einen Crack-Konsumraum, untergebracht in der Elbestraße. Es scheint, dass das Netz für die Drogensüchtigen in Frankfurt eng geknüpft ist. Nicht nur für die Heroinsüchtigen. Im Suchthilfezentrum in der Bleichstraße zum Beispiel gibt es seit 12 Jahren eine Beratung für Kokainabhängige. „Ideal wäre natürlich, wenn ein Drogenkranker an irgendeiner Stelle der Stadt strandet und dort adäquate Beratung und Hilfe bekommt“, sagt Werner Heinz, Leiter des Zentrums. „Sucht ist schließlich ein Phänomen, das nicht nur am Bahnhof stattfindet.“ Sein Kollege Frank Gottschalk, der jeden Mittwoch zu einer Kokain-Infogruppe in die Bleichstraße lädt, diagnostiziert eine „Demokratisierung der Drogen“. Man finde sie in allen Schichten der Gesellschaft. „Das Kokain zum Beispiel hat sich popularisiert.“ Am Ende landet manches „Perlhuhn“ in der Therapie – verbraucht, verarmt, vereinsamt. Auch das ist Frankfurter Realität.
Endlich drogenfrei?
Im Dezernat von Manuela Rottmann wird in diesen Tagen Bilanz gezogen. Was ist erreicht worden in der Drogenpolitik, wo soll es hingehen? Als Baustein des Erfolgs hat sich das 2004 gestartete Projekt OSSIP erwiesen, es steht für „Offensive Sozialarbeit, Sicherheit, Intervention, Prävention“. Ziel: Die Polizei unterbindet den Konsum auf der Straße und verweist auf die Konsumräume. Zugleich sind Streetworker unterwegs, um die Abhängigen über die Hilfsmöglichkeiten aufzuklären. Die Folge im Bahnhofsviertel ist erstaunlich: Der Straßenkonsum ist stark zurückgegangen. Und im Gespräch mit den Sozialarbeitern denken viele darüber nach, wie sie ihre Sucht in den Griff bekommen können. „Es ist nicht an der Zeit, sich auf den Erfolgen auszuruhen“, sagt Manuela Rottmann. „Es sind neue Herausforderungen für die Drogenpolitik in Frankfurt zu erkennen. Zum Beispiel Langzeitabhängige, deren Altersleben menschenwürdig gestaltet werden muss. Oder der Aspekt Sucht und Arbeit, der sich durch Hartz IV stark gewandelt hat. Und nicht zuletzt beobachten wir eine Zunahme psychiatrischer Erkrankungen bei vielen Süchtigen, für die es nicht genug Angebote gibt.“ Wilfried Köhler, der Arzt, sagt: „Man muss den Leuten den Drogenkonsum so unangenehm, die Drogenbeschaffung so umständlich wie möglich machen.“
Am nächsten Tag steht wieder eine kleine Meldung in der Zeitung. Eine 47 Jahre alte Frau ist in Zeilsheim in ihrer Wohnung gestorben. Wieder ein Name auf der Liste der Aidshilfe. Sie steht nun zwischen Alexander und Margaretha, Lars Oliver und Günther, Valerija und Waltraut. Der Zettel in der Taunusanlage ist längst weggeweht, die Grabkerze verschwunden. Noch ist Frankfurt nicht drogenfrei. Wird es auch nie werden. Aber mit der Mischung aus Liberalität und Repression hat die Stadt einen Weg gefunden, mit den Drogen frei zu leben.
Journal Frankfurt, 21. März 2007