Originale

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Gerade sind wir in der Redaktion auf der Suche nach dem, was Frankfurt ausmacht, nein noch mehr: was es liebenswert macht; mehr dazu im kommenden Heft. Sehr schnell ist man da beim Begriff der Originale. Der Identität. In Alt-Sachsenhausen findet man sie vermeintlich. In Apfelweinseligkeit zwischen Bembeln und Handkäs’. Längst verbindet man das Viertel aber auch mit Junggesellenabschieden, Shisha-Bars und einem allgemein übersteuerten Feier-Verhalten. Seit Jahren, eigentlich schon über einem Jahrzehnt, ist die Rede davon, dass man die alten Gassen wieder auf ein neues Niveau hebt. Es hat sich, von außen betrachtet, eine geradezu schizophrene Stadtplanung entwickelt: Auf der einen Seite des Flusses entsteht eine neue Altstadt für weit über 100 Millionen Euro. Auf der anderen Seite verfallen alte Fachwerkhäuser mit ebenso schnuckeligen, dunklen Gässchen, wie man sie sich um den Römer erträumt. In Alt-Sachsenhausen hat sich die Stadt, so würde man es in ein Zeugnis schreiben, sehr bemüht. Nun aber treten dort einige Bürger selbst in Aktion und wollen Alt-Sachs um einige originelle Ideen bereichern. Das ist so edel, dass wir dieser Seite des Viertels unsere Titelstory widmen.

Zum Thema Frankfurter Originale kann ich Ihnen nun noch den Werbespot empfehlen, den einige junge Menschen für die Reklamefilmwerkstatt hergestellt haben. Der Kunde: Binding. Die Agentur: Ogilvy. Als wir in der Jury-Sitzung saßen, war sehr schnell klar: der isses. Es ist der erste Werbefilm mit einer Straßenumfrage, bei denen man den Menschen abnimmt, dass sie nicht gecastet sind und vorgeschriebene Sätze aufsagen. Schauen Sie mal hier: www.journal-frankfurt.de/originale.

Erschienen im Journal Frankfurt vom 20. Oktober 2015, Foto: Harald Schröder