Wider die Struktur

Nils_DSC5012„Mit vergleichsweise simplen Mitteln findet eine Auflösung der Strukturen statt.“ Mit diesem Satz charakterisiert Kurator Matthias Ulrich die Kunstwerke von Doug Aitken. Es sind Sound- und Videoinstallationen, die auf der gesamten Fläche der Schirn Kunsthalle vom Abend des 8. Juli an zu sehen sein werden. Und auch in den Frankfurter Stadtraum will der US-amerikanische Künstler eingreifen. Die Struktur des Covers des JOURNAL FRANKFURT hat sich unter Doug Aitkens Ägide ebenfalls gewissermaßen aufgelöst. Der Künstler entwarf unsere Titelseite und wählte für den Innenteil drei großformatige Fotos aus. Es heißt ja immer, Künstler seien so schwierig. Ich habe nie verstanden, was das eigentlich heißt. Im vergangenen Jahr gestaltete Tobias Rehberger unser Cover, eine völlig angenehme und reibungslose Zusammenarbeit mit einem Ergebnis, das mich noch heute stolz macht. Und dieses Jahr? Wenige Tage nach unserer Verabredung kamen über die Schirn gleich vier Cover-Entwürfe aus seinem Atelier in Los Angeles, schnell war ein Favorit gefunden, ein paar Details wurden noch geändert et voilà. Schnell zeigte sich, mit welch wenigen Kniffen auch die Struktur eines Titelbildes aufgelöst werden kann. Es ist alles noch da und doch alles etwas anders. Problemlos lief auch das Interview meiner Kollegin Ronja Merkel, die einen äußerst entspannten Künstler vorf15_Titel_Kunst-kleinand, der bereitwillig über seine Kunst sprach und auch darüber, dass man die bitte nicht so ernstnehmen solle, nein, die Menschen sollten bitte Spaß haben, wenn sie die Ausstellung besuchten. Und genauso sollten Sie es auch mit diesem Heft halten, der zweiten Künstlerausgabe des JOURNAL FRANKFURT.

 

Editorial für das Journal Frankfurt, Ausgabe 15/2015, Fotos: Mathilde Unseld