Frost/Nixon

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Ein bisschen Vorwissen ist schon gefragt, naja, zumindest Watergate sollte man schon mal gehört haben. Dann aber kann es losgehen: 122 Minuten amerikanische Politik, die nicht langweilig wird, obwohl es die Originalinterviews wohl waren, aber meine Güte: die tagelang andauernden Gespräche zwischen britischem, nunja: eher Moderator als Reporter und amerikanischem, nunja: eher Verbrecher als Präsidenten, wurden im Fernsehen in viermal 90 MInuten gezeigt, dass da viel heiße Luft dabei sein musste ist irgendwie logisch. Der Film widmet sich nicht nur akribisch den Interviews, sondern auch den Vorbereitungen. Denn Frost hat Probleme mit seinen Unterhaltungsshows in Australien und anderswo. Nixon ist erstaunt über das viele Geld, dass ihm der gewiefte Frost bietet, der dieses aber erst einmal auftreiben muss. Was bei einem dann doch recht extravaganten Lebensstil nicht unbedingt einfach ist, besonders wenn potentielle Finanziers nicht glauben, dass dieser Luftikuss gegen Nixon wirklich was reißen kann. Nixon selbst glaubt es wohl auch nicht, was ihm schließlich in einer wunderbaren Szene zum Verhängnis wird. Gedreht hat Regisseur Ron Howard diesen Film in einer Mischung aus Zeitdokument und Fiktion – und die Tatsache, dass der stoffelige Nixon einem irgendwie dann doch ein wenig sympathisch ist und der Engländer nicht so wirklich und sich das alles im Film schließlich dreht und dabei so geschickt, dass man es glaubt, das ist die wirkliche Leistung eines Films, über dessen Ausgang und Thema man schon das meiste weiß. Dass die Schauspieler bis in die Nebenrollen hinein fantastisch sind: nur ein Grund mehr, den Film nicht zu verpassen.