Another job well done!
31 Jan 2008
Nachdem eben mein Text im Datennirwana verschwunden ist, bleibt mir nichts anderes als Patrick Star das Wort zu überlassen.

Gute Nacht!
31 Jan 2008
Nachdem eben mein Text im Datennirwana verschwunden ist, bleibt mir nichts anderes als Patrick Star das Wort zu überlassen.

Gute Nacht!
31 Jan 2008

Ich lese gerade im Buch “1968 – eine Enzyklopädie” (erschienen bei edition suhrkamp) – keine schlechte Lektüre, viele Texte, Sartre, Cohn-Bendit, aber auch der hessische Landbote und Walter Benjamin und Rosa Luxemburg und die Thesen über Feuerbach. Und eben auch Hans Magnus Enzensberger dessen Erinnerungen an einen Tumult folgendermaße beginnen:
Das Gedächtnis, ein Sieb. 1968, eine Jahreszahl, in der sich das Imaginäre eingenistet hat. Ein Gewimmel von Reminiszenzen, Allegorien, Selbsttäuschungen, Verallgemeinerungen und Projektionen hat sich an die Stelle dessen gesetzt, was in diesem atemlosen Jahr passiert ist. Die Erfahrungen liegen begraben unter dem Misthaufen der Medien, des “Archivmaterials”, der Podiumsdiskussionen, der veteranenhaften Stilisierung einer Wirklichkeit, die unter der Hand unvorstellbar geworden ist.
In diesem Sinn: freuen wir uns auf all die Veröffentlichungen, Podiumsdiskussionen und Stilisierungen, die uns im Jahr 40 nach der “Revolution” noch erwarten.
Foto: jylcat
28 Jan 2008

Foto: scriptingnews
Diese Woche Spiegel kaufen, lohnt sich. Da ist zum Beispiel ein schönes, manchmal vielleicht ein bisschen zu wohlwollendes Porträt der US-Reporterlegende Dan Rather drin, in dem der Kampf beschrieben wird, den der Journalist derzeit mit seinem einstigen Arbeitgeber CBS News ausfechtet. Aber auch wunderbare Zitate von Rather wie dieses:
Die Distanz zwischen denen, die die Konglomerate führen, und den Journalisten wird größer und größer und damit verschwindet selbst in den Medien das Verständnis dafür, dass Nachrichten ein öffentliches Gut sind. Die Frage ist, ob man die Öffentlichkeit dafür interessieren kann und ob sie noch wach ist, zu bemerken, was sich da verändert.”
Aus: Die letzte Meldung, Spiegel 5/2008
Mehr zu Dan Rather bei Wikipedia.
25 Jan 2008

Foto: malias
Manche Sachen sind eigentlich ganz einfach. Zum Beispiel:
What would you do on a first date that was turning sour?
I’d run home and play dead. The next day I would call all the newspapers and make sure they wrote about me in all the dead columns.
Craig, age 9
Oder auch hier:
What do most people do on a date?
Dates are for having fun, and people should use them to get to know each other. Even boys have something to say if you listen long enough.
Lynnette, age 8
Ein Dutzend mehr solcher Antworten bei DivineCaroline
24 Jan 2008
… in der Alten Oper war wirklich wunderbar und großartig, wie immer. So weit in Kürze, morgen schreib ich dann eine ausführliche Kritik fürs Journal. Gute Nacht!

Mehr Fotos drüben bei flickr
Update: Jubelartikel hier
24 Jan 2008
Da musste ich eben dann doch kurz lachen:
Bild.de berichtet:
Eine gute Nachricht für BILD am SONNTAG: Immer mehr Leser greifen am Kiosk zu Deutschlands größter Sonntagszeitung.
Der Satz stimmt, abgesehen von Kleinigkeiten: Statt “gute Nachricht” müsste es “schlechte Nachricht” heißen, und statt “immer mehr” “immer weniger”.
Immer mehr “BamS”-Leser kaufen keine “BamS” bei Bildblog
24 Jan 2008
24 Jan 2008

Ich lese viel. Ich denke zwar, es ist immer noch wenig, weil so wenig Zeit, so viele Buchstaben. Aber dennoch bin ich immer überrascht, wenn ich Menschen treffe, die so wenig lesen, dass sie die Bild-Zeitung oder den Einkaufszettel zu ihren konsumierten Medien zählen. Der Grund für mein Erstaunen ist, abgesehen von einer elitär-geprägten geistigen Grundhaltung natürlich, dass ich auch viele Leute kenne, die viel lesen. Und wenige die gar nicht lesen. Dabei sind die letzteren in der Überzahl. Eindeutig in der Überzahl. Und nun wage ich mal die für mich beunruhigende Annahme: es werden mehr werden. Nur auffallen wird mir das nicht. Weil wir in einer Blase leben. Die Vermischung von Schichten findet nicht statt, und die Abgrenzung zwischen verschieden gebildeten Menschen nimmt zu. Die Stadt macht’s möglich. Ist ja auch irgendwie klar: während sich früher alle freitags bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Tante-Emma-Laden oder in der Dorfschenke trafen, hat die Individualisierung dazu geführt, dass wir in der Wahl unserer Bezugspersonen größere Freiheit und damit zugleich geringere Toleranz walten lassen. Kaum ein Akademiker, der sich mit einem Realschulabsolventen trifft. Ist vielleicht traurig, aber die Realität.
In den USA, die uns ja – so wird behauptet – immer so fünf bis zehn Jahre voraus sind, wird gerade schon mal das Ende des Lesens ausgerufen. Interessant zum Beispiel, was Steve Jobs der New York Times zum neuen eBook-Lesegerät Kindle sagt:
“It doesn’t matter how good or bad the product is, the fact is that people don’t read anymore,” he said. “Forty percent of the people in the U.S. read one book or less last year. The whole conception is flawed at the top because people don’t read anymore.”
The Passion of Steve Jobs by John Markoff, New York Times
Demnach hat das Buch egal ob nun elektronisch oder nicht als Businessmodell ausgedient. Zumindest als Big-Business-Modell. Denn es gibt ja noch uns, die In-der-Blase-lebenden. Die anderen, so schlussfolgert Caleb Crain im New Yorker, verlieren nicht nur die Lust am Lesen, sondern auch die Fähigkeit dazu:
According to the Department of Education, between 1992 and 2003 the average adult’s skill in reading prose slipped one point on a five-hundred-point scale, and the proportion who were proficient—capable of such tasks as “comparing viewpoints in two editorials”—declined from fifteen per cent to thirteen.
Twilight of the Books by Caleb Crain, New Yorker
Keineswegs, so führt Crain fort, ein Problem in den USA – die interessanteste Studie zu dem Thema komme mitten aus old europe, den Niederlanden, genauer gesagt. Selbst ältere Menschen lesen nicht mehr in dem Maße, in dem sie es früher taten.
Mich stimmt das traurig. Bislang habe ich immer die These vertreten, dass Jugendliche ja noch nie Tageszeitungen gelesen haben, sondern ihre Zeit eben mit Langeweile, grenzenloser Unsicherheit, Egozentrik, SMS und Knutschen verbracht haben und auch in 500 Jahren verbringen werden. Was ja auch großartig ist, auf seine Art. Wenn nun aber auch immer mehr 40-Jährige weniger Leselust haben, erklärt das auch, warum der Konsum von Gedrucktem weniger wird.
Und zum Schluss will ich mir die Wahrheit keineswegs zurechtlegen, sondern nur eine Frage stellen: Könnte es sein, dass Printprodukte einfach deswegen weniger verkauft werden, weil die Leute weniger lesen? Und das böse Internet mit seinen Blogs und Podcasts nur wenig damit zu tun hat? Machen wir’s uns in unserer Blase gemütlich!
Foto: quatro.sinko
23 Jan 2008
Nachdem er seit Wochen über Rot-Rot-Grün redet, so auch heute wieder, musste er heut wieder ein wenig zurückgerudert werden:
Daniel Cohn-Bendit: Nicht für Tolerierung plädiert
Der Fraktionschef der GRÜNEN im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, erklärt zu der Falschmeldung, er habe sich heute anlässlich einer Pressekonferenz in Frankfurt für eine Tolerierung einer künftigen rot-GRÜNEN Landesregierung ausgesprochen:
“Die entsprechende Bemerkung war für alle anwesenden Journalistinnen und Journalisten als eindeutig ironisch gemeint erkennbar. Die Alternativen für Hessen liegen klar auf dem Tisch: Es gibt am Sonntag entweder rot-GRÜN oder schwarz-gelb in Hessen.”
Aus einer Pressemitteilung der Frankfurter Grünen
22 Jan 2008
Was ich an diesem Artikel beim Spiegel nicht kapiere:
Sicher scheint, dass die hübsch-harmlose Ian-McEwan-Adaption “Abbitte”, bei den Golden Globes noch hochdekoriert, bei den Oscars nicht mehr groß abräumen wird: Statt Keira Knightley wurde Nebendarstellerin Saoirse Ronan nominiert, Hauptdarsteller James McAvoy bekam ebenfalls keine Nennung in seiner Kategorie. Mit Nominierungen für beste Kamera, Kostüme, adaptiertes Drehbuch und Art Direction ist viel Ehre, aber wenig Glamour zu gewinnen.
Ist Atonement nicht auch als Best motion picture nominiert? Ich mein: geht’s noch irgendwie besser? Hm, steht auch in dem Artikel – aber nur weil die Hauptrollen nicht nominiert sind, würde ich nicht von vollständigem Versagen sprechen. Egal, abwarten und Tee trinken, stimmt’s Keira?

Im Übrigen: der Soundtrack von Atonement ist grandios.
btw: Heath Ledger ist tot. Weiß auch nicht, warum mich das beschäftigt.
22 Jan 2008

Wenn ihr dachtet, ihr hättest schon alle Werbefilme zu dem Thema gesehen – hier mal klicken, aber nur wenn die Kollegen nicht gucken, sonst denken die noch was weiß ich was :)
FLAGPOLE (von Matt Kazman)
Das Internetportal www.turi2.de ist ein elektronisches Klatschblättchen für Medienleute. Am 2. Januar stand dort ein moralisierender Kurztext über „dubiose“ Dinge rund um Christian Wulff und – gleich darunter – diese Anzeige: „Die 100 gefragtesten Journalistenrabatte 2011Kolumne: Journalisten, Rabatte und Moral | Götz Aly - Frankfurter Rundschau
Moonrise Kingdom Official Trailer 1 (von SuperMovietrailers20)
Ich würde zum Beispiel gern das Amt des Bundespräsidenten abschaffen, das ja eh nur eine Art Blinddarm der Politik ist: Wenn alles gut läuft, spürt man nichts, nur wenn er sich entzündet, merkt man, dass es ihn gibt.Bundespräsident: Das Amt ist überflüssig geworden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur