Drogenfrei
21 Mrz 2007
Weniger Junkies, weniger Kriminalität: Frankfurts liberale Drogenpolitik zeigt positive Ergebnisse.
erschienen im Journal Frankfurt, 21. März 2007
Jürgen Klee hat eine rote Grabkerze in der Hand, ein paar Aids-Schleifen, eine schwarzumrandete Liste mit 19 Namen. Die Passanten in der Taunusanlage drehen sich um, bleiben stehen. Klee lässt sein Feuerzeug schnappen. Er zündet die Kerze an. Dann setzt er sie auf die Gedenkplatte. Dort, auf bronzenen Lettern im Boden, steht: „Wir trauern um die verstorbenen Drogenabhängigen.“ Inmitten des Parks, der vor 20 Jahren Frankfurts Schauplatz war für Drogensucht, für Heroin, für Junkies. Für das Sterben im Schatten der Bankentürme. Für großes Geld und großes Elend.
Gestorben wird immer noch. Und wenn es passiert, steht am nächsten Tag eine kurze Notiz in der Lokalzeitung. Mal sind es 20, mal 40 Drogentote im Jahr. Kein Vergleich zu früheren Zeiten, als fast jeden zweiten Tag ein Süchtiger sein Leben ließ. Als Bürger auf offener Straße ausgeraubt wurden. „Die Anlage war die Hölle“, sagt ein Drogensüchtiger, der schon damals an der Nadel hing. Hepatitis, HIV und andere Krankheiten gingen um, weil Spritzen wiederverwendet wurden. Viele waren obdachlos, hatten den Kontakt zu Freunden und Familie schon lange verloren. Mehr →






