Starschnitte

Ja, schon klar, da denkt man erstmal an Bravo und Kinderzimmer und überhaupt. Von nun an aber bitteschön auch an das Buch des Journalisten Sven Michaelsen, in dem Porträts von berühmten Menschen versammelt sind. Heißt: da steht dann Robert De Niro neben Heiner Müller und Vivienne Westwood neben Hugh Hefner. Und besonders großartig dieser Satz einer Frau, die ich bislang so überhaupt gar nicht leiden konnte: “Ich mag Männer wirklich nicht – aber ich mag auch sonst nichts.” Chapeau, Madame Elfriede Jelinek, werde Sie bei Gelegenheit mal für den Literaturnobelpreis vorschlagen. Wie, haben Sie schon? Na, wer nicht will, der hat schon …

Und nun Achtung, billige Überleitung ahead: Von Starschnitten zur Star-Schnitte: Höre gerade so nebenbei das neue Album von Beyoncé: B-Day, heißt es. Sehr nett, contemporary R’n'B und Jay-Z ist auch mit von der Partie. Und im Booklet kann man ziemliche unmögliche Fotos von einer recht leichtbekleideten Beyoncé anschauen. Sex sells. Und damit habe ich genug Werbung gemacht für heute.

So geht Bücherverkaufen

Einfach gegen den Zeitgeist schreiben. Also etwa in den 50er Jahren mehr Frauenrechte fordern. Oder in unserer Zeit weniger, am Besten gar keine. Die Nachrichtenvorleserin Eva Herman hat das so gemacht und kommt damit natürlich wunderbar an bei einer Zeitung wie der Bild am Sonntag, die die neue Weiblichkeit in einem großen Interview feiert. Für alle, die dem Springer-Konzern kein Geld in den Rachen werfen, weil sie Feministen und/oder Alt-68er sind, können die Dokumentation des Gesprächs bei Spiegel Online anschauen.

Der schönste Satz (vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen, natürlich): “Frauen sollten öfter einfach mal den Mund halten.” Genau, Frau Herman, hoffentlich mißt man Sie an Ihren eigenen Maßstäben.

Schrift bekommt Film

Was ist nicht schon alles verfilmt worden? Schiffskatastrophen, CIA-Einsätze, Kriegsschauplätze, Liebesgeschichten, römische Gladiatorenkämpfe und Legofiguren, die Star Wars nachspielen oder die Fußball-WM 1954.

So gesehen war es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Dokumentarfilmer der Geschichte einer Schriftart annimmt – in diesem Fall der Helvetica, denn sie feiert ihren 50. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!